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Wanderfreude & Kletterspaß auf dem Alarò

27. Januar 2011

Das Refugium für Wandersleute und Kletterfreunde

Geschichtliches:
Einige Historiker gehen davon aus, dass die arabische Übersetzung des Begriffes „Römerfestung“, nämlich „al-rum“, maßgeblich für die Namensgebung des Berges und der Ortschaft zu seinen Füßen gewesen sein soll.
Und tatsächlich war der Puig d’Alaró mit seiner Höhe von 825 m seit jeher ein idealer Ort der Ausschau, der Zuflucht und der Verteidigung.
Bereits in der Steinzeit war der Berg mit seinen zahlreichen Höhlen besiedelt.
Im Jahre 902 zogen sich viele Christen nach der arabischen Invasion auf diese Feste zurück und warteten über 8 Jahre auf Hilfe aus dem Westgortenreich, das inzwischen im Mauren-Ansturm bereits untergegangen war.
Nach der Reconquista Mallorcas im Jahre 1229 taten es ihnen die Moslems gleich und verschanzten sich auf dem „Hisn Alarun“ wie sie ihn nannten, um fast drei Jahre vergeblich hier auszuharren.
Die Mauern der Burg, die sich an den Felsen anschmiegen, ja schon fast mit ihm verschmelzen, wurden im 14. Jahrhundert aufgezogen.
Im Jahre 1622 wurde die Einsiedelei im Inneren des ummauerten Geländes errichtet und der Nostra Senyora del Refugi geweiht. Kaum 100 Jahre später erfolgte der Anbau einer Herberge für Einsiedler und Pilger.
Sehenswertes:
Neben den alten und zum Teil noch erhaltenen Befestigungsanlagen des alten Kastells befindet sich im Inneren der Burg dieErmita de Nostra Senyora del Refugi, welche nicht nur ein Quartier für Wandersleute (Übernachtungen für 100 Personen), sondern auch eine Cafeteria zu deren ganzjähriger Versorgung bereit hält.
In der Kapelle der Einsiedelei befindet sich in einer Nische nahe dem Altar ein Schrein mit den Reliquien der mallorquinischen Märtyrer Cabrit und Bassa, welche auch zu beiden Seiten des Hochaltars in Kriegerrüstung dargestellt worden sind.
Dringt man bis zu den Ruinen des äußersten Wachturms vor, findet man auch den darunter liegenden Eingang zur Cova de Antoni, einer begehbaren Tropfsteinhöhle, die einst von Einsiedlern bewohnt und dem Wüstenvater Sant Antorio geweiht gewesen sein soll.
Lediglich einige Behauungen der Kalksteinfelsen und eine in den Stein eingepasste Nische für die Marienfigur künden noch von den religiösen Handlungen der früheren Bewohner.
Wissenswertes:
Traurige Bekanntheit erlangte die Festung durch einen Vorfall bei der Belagerung im Jahre 1285 durch Alfons „den Liberalen“, der dem mallorquinischen König Jaime II. von Mallorca den Krieg erklärt hatte und die Insel mit dem Königreich Aragon wieder vereinigen wollte.
Nach der Überlieferung wurden zwei der tapfersten Verteidiger des Alaro’s, Guillem Cabrit und Guillem Bassa, nach der Einnahme des Schlosses getötet und ihre Körper über einem Feuer geröstet, weil die beiden Männer den Namen des Monarchen von den Zinnen der Feste herab mit Spott bedacht hatten und ihn in einem Wortspiel dem Begriff „amfós“ (mallorquinisch für „Heilbutt in Soße“) bezeichneten.
Der beleidigte Monarch schwor daraufhin, Cabrit (Ziegenbock) und Bassa (Brassa-Holzkohle) rösten zu lassen, sobald er ihnen habhaft werden konnte und ließ das Urteil sofort nach der Einnahme der Burg vollstrecken.
Wegen dieser grausigen Tat ließ der Pontifex den König Alfons exkommunizieren, weshalb Jaime II. König von Mallorca blieb und dessen Königreich (trotz Tributpflicht an das Haus Aragon) zumindest formal erhalten blieb.
Cabrit und Bassa erlangten durch ihre aberwitzige Tat Heldenruhm und werden seither von den Mallorquinern als die letzten wahren Märtyrer der Insel verehrt.
Am 16. August wird in Alaró das Fest des Sant Roc gefeiert, bei dem die Cossiers tanzen; bei diesem uralten Tanz wird der Kampf zwischen Gut und Böse dargestellt.
Am ersten Samstag im Oktober feiert Alaró seine Feria Gremial (Innungsmesse) mit Ausstellungen, Aufführungen, einem Markt und Kunsthandwerks-Ausstellungen.
Wegbeschreibung:
Zwischen den beiden am Fuße des Berges Alaro gelegenen Orten Orient und Alaro führt eine gut beschilderte Straße den ca. 2 km in Richtung Bergplateau mit den Festungsruinen und der Einsiedelei.
Um zur Burg zu gelangen, kann man mit dem Kraftfahrzeug diese Straße bis zur Possessió (Landgut) „Es Verger“ benutzen, deren Restaurant allein schon sehenswert ist und mit seinen Spezialitäten zur Einkehr einlädt.
Von dort aus schließt sich ein leichter und gut begehbarer Wanderweg zum Puig de Alaro an, der in gut 40 Minuten zu bewältigen ist.
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